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Arten von Videospielen Teil 1 – Ego-Shooter

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Was sind Ego-Shooter?

Bei den Ego-Shootern handelt es sich um ein sehr beliebtes Genre. Typische Vertreter davon sind „Battlefield“ oder „Call of Duty“. Der Spieler schlüpft in die Rolle einer Person, die sich mittels Schusswaffen ihren Weg durch die Levels bahnen muss. Wichtig dabei sind eine gute Reaktionsgeschwindigkeit und eine gute Augen-Hand-Koordination, da diese Spiele sehr viel Präzision und eine gute Reaktionsgeschwindigkeit erfordern. Ego-Shooter können i.d.R. sowohl online als auch offline gespielt werden (natürlich gibt es Ausnahmen, der Weltraumshooter „Destiny“ beispielsweise kann nur online gespielt werden). Im Onlinemodus treten verschiedene Gruppen von Spieler gegeneinander an. Der Spieler steht unter Stress und trägt eine Mitverantwortung für den Teamerfolg. Da die meisten Ego-Shooter erfordern, dass man auf (bewaffnete) Menschen schiesst, sind sie ethisch umstritten. Oft ist diese Art von Spiel erst ab 18 (teilweise auch ab 16) Jahren freigegeben. Ich erlebe sehr häufig, dass Ego-Shooter von Kindern gespielt werden, die deutlich jünger sind als 18. Durch die Popularität dieser Spiele haben Eltern oft den Eindruck „das spielen offenbar alle in seiner Klasse“ und sind nachsichtig mit den Altersvorgaben.


Eltern sind oftmals besorgt

Viele Eltern sind über die Wirkung dieser Spiele auf ihre(n) Jugendliche(n) besorgt. Verständlicherweise – denn das ganze Spielprinzip dreht sich darum, Kontrahenten niederzustrecken. „Was macht das auf Dauer mit meinem Kind?“ fragen sich viele Eltern. Aus wissenschaftlicher Perspektive ist diese Frage noch nicht vollständig geklärt, doch eine Meta-Analyse von Anderson (2010) legt einen Zusammenhang zwischen aggressiven Videospielen und gewalttätigem Verhalten nahe. Anderseits gibt es diverse andere Risikofaktoren für aggressives oder delinquentes Verhalten, deren Stellenwert viel höher zu sein scheint (Gewalt in der Kindheit, Verhältnis zu den Eltern, Schulleistung, Impulskontrolle, Sozio-Ökonomischer Status, etc.). Die Wissenschaft spricht stets „nur“ vom Durchschnitt. Bezüglich Ihres Jugendlichen sind SIE der/die Expert(e/in).


Faszination für Waffen

Mit der Pubertät entwickeln viele junge Männer eine Faszination für Waffen, was auf Eltern beunruhigend wirken kann. Der Grund dafür liegt in der menschlichen Biologie. Genetisch gesehen erhöht eine Faszination für Waffen die Chance zu überleben. Vor 10’000 Jahren wurden Jungs mit dem Eintreten der Pubertät vollwertige Mitglieder des Stammes und erhielten tatsächlich Waffen um zu Jagen oder ihr Dorf zu verteidigen. Vor 2’500 Jahren im alten Rom schlugen sich die Knaben mit Holzschwertern die Köpfe ein. Heute sitzen sie vor dem PC und kämpfen virtuell.


Ego-Shooter aktivieren den Spieler

Ego-Shooter haben auf das Gehirn einen sehr aktivierenden Einfluss. Man muss ständig wach sein und aufpassen, dass nicht von links oder rechts eine Granate geflogen kommt. Das Gehirn unterscheidet nicht zwischen realem- und virtuellem Kampf. Die durch das Spielen aufgebaute Energie, die dem Kampf oder der Flucht dienen soll, wird vom Körper nicht wieder abgebaut (es wird ja nicht körperlich geflüchtet oder gekämpft). So wundert es mich nicht, dass viele Jugendliche, die am späten Abend Ego-Shooter (und andere “ sehr aktivierende“ Spiele) spielen, schlecht schlafen können, da sie nervlich nicht „herunterfahren“ können.


 

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